18.05. / weitere Termine
Schichten der Geschichte: Führungen zur Tempelruine
In einem Hinterhof an der Poolstraße steht ein einzigartiges Zeugnis jüdischen Lebens in Hamburg – der ehemalige Neue Israelitische Tempel. 1844 als erster Tempel einer jüdischen Reformgemeinde eingeweiht, wurde der Tempel nach seiner religiösen Funktion im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und im Anschluss als Autowerkstatt genutzt. 2020 hat die Freie und Hansestadt Hamburg das Gelände mit den Überresten des Tempels, mit dem Ziel der Sicherung und Vorbereitung eines Nutzungskonzeptes, erworben. Die unter Denkmalschutz stehenden baulichen Überreste zeugen vom jüdischen Leben in Hamburg und der heutigen Verantwortung für Erinnerung und Erhalt.
Durch Führungen wird dieser bedeutsame Ort erkundet und die religions- und stadtgeschichtliche Bedeutung des Neuen Israelitischen Tempels, dessen Baugeschichte, Nutzung und Erhaltung durch die Denkmalpflege verständlich gemacht. Expertinnen und Experten ordnen die sichtbaren Spuren ein, erläutern die laufenden Untersuchungen und geben einen Einblick in die historischen Schichten des Geländes, einschließlich der Überreste des Tempels. Die Führungen laden dazu ein, die Tempelruine aus wechselnden Blickwinkeln kennenzulernen – als Ort der Erinnerung, der Forschung und der öffentlichen Auseinandersetzung.