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01.07. – 31.07.

Vielfältige Ingenieurbaukunst: 150 Jahre Wetzel & von Seht

Veranstaltet von
Veranstaltung
Ausstellung
01.07. – 31.07. 12:00 – 19:00 Uhr Täglich 12-19 Uhr, außer So, Galerie Im Hochgeschoss → Levantehaus Hamburg, Mönckebergstraße 7
Eintritt

Eintritt frei

Zugänglichkeit
  • Eingeschränkt Rollstuhlgerecht

Vielfältige Ingenieurbaukunst: 150 Jahre Wetzel & von Seht

Seit 150 Jahren prägt das Hamburger Ingenieurbüro Wetzel & von Seht die Stadt mit seinen Bauten. Das Rathaus und die Hauptkirche St. Michaelis gehören ebenso dazu wie die Wirtschaftsbehörde von 1962, das erneuerte CCH und der Grüne Bunker St. Pauli. Die Ausstellung stellt prägnante Projekte vor.
Bauten HafenCity
© Wetzel & von Seht
Bauarbeiten im Baufeld 6 am Kaiserkai im Sandtorhafen
© Götz Wrage
Wirtschaftsbehörde Hamburg im Bau, 1961
© Ursula Becker Mosbach / Hamburgisches Architekturarchiv
Revitalisiertes CCH mit Neubau von zahlreichen Sälen
© Wetzel & von Seht
Ausstellungshalle von 1881 vor dem Dammtor
© Zeichnung: Gust. Kanning / Velag J.F. Richter
Schnitt der 1912 wiederaufgebauten Kirche St. Michaelis
© Zeichnung: Bauarchiv St. Michaelis

1876 gründeten Benno Hennicke und Hermann Isaac Goos in Hamburg die „Gesellschaft Hennicke & Goos, Zivilingenieure“. Unter wechselnden Namen besteht das Ingenieurbüro bis heute in der Hansestadt als „Wetzel & von Seht“. Zwischendurch firmierte das Büro unter anderem als „Zippel und Suhr“, später als „Wollmann + Wetzel“. Trotz der heterogenen Bürogeschichte waren die Inhaber vielfach federführend an der Umsetzung von bekannten Hamburger Bauten beteiligt, darüber hinaus aber auch in ganz Deutschland. So stammen das Tragwerk des neuen Stadtschlosses („Humboldt Forum“) in Berlin und das faszinierende Innenleben des umgebauten Blockhauses in Dresden ebenso wie das Fundament des Elbtowers in Hamburg aus dem Büro Wetzel & von Seht.

Der mit dem Rathaus-Architekten Martin Haller befreunde Benno Hennicke entwarf nicht nur die Konstruktionen u.a. für Brücken und Ausstellungshallen, das Rathaus und die nach einem Brand 1906 wiederaufgebaute Michaeliskirche. Auch die Heizung, Lüftung und Stromversorgung für das Rathaus, die Laeisz-Musikhalle und das erste Kontorhaus der Stadt – den Dovenhof – plante er. In letzteren ließ er den ersten deutschen Paternoster einbauen. Von 1896 bis 1909 war Hennicke Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Ihm wird auch die Einrichtung von Bücherhallen und Schrebergärten zugeschrieben.

Sein Enkel, der Bauingenieur Hermann Zippel, übernahm das Ingenieurbüro 1927 und begann bei vielen Projekten und Bauten eine Zusammenarbeit mit dem Architekten Konstanty Gutschow. Nach dem Zweiten Weltkrieg, seit 1950 war Gerhard Wollmann als Büropartner dabei, waren die Ingenieure um Zippel und Wollmann vor allem mit großen Wohnungsbauvorhaben u.a. für die Neue Heimat und Hochwasserschutzanlagen beschäftigt. Doch auch der Neubau der Wirtschaftsbehörde am Alten Steinweg (1962, Architekt Werner Kallmorgen), der Commerzbank-Neubau am Neß (1964, Architekt Godber Nissen), das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg (1965, Architekt Carl-Friedrich Fischer) und der Wallringtunnel in Hamburg (1966) sowie mehrere Bauten für den Axel-Springer-Verlag gehörten zu den von ihnen geplanten Projekten, ebenso wie das Jenfeld Zentrum (1975), die Eissporthalle Farmsen (1978) und der Umbau des Theaters am Spielbudenplatz (1981).

Das seit 1990 als Wetzel & von Seht firmierende Büro ist inzwischen stark gewachsen, wird mit seinen über 180 Beschäftigten von sechs Partnern geleitet und hat fünf Standorte. Für die Arbeit unverändert zentral ist die Innovationsfreude: Die Bauingenieure entwickeln mit Bauherren und Architekten passende technische Lösungen, die oft weit über das Übliche hinausgehen. Beispiele bieten die Haus-in-Haus-Konstruktion im alten Börsensaal für die Handelskammer Hamburg oder der Neubau des Innovationscampus der Handelskammer über dem U-Bahn-Tunnel gegenüber, Holzbauten und ein Null-Emissionshaus sowie Gebäude in der Hamburger HafenCity.