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16.07.

Grüner Bunker St. Pauli - Tragwerk und Vegetation im Dialog

Veranstaltet von
Veranstaltung
Rundgang, Exkursion
16.07. 16:00 Uhr → Bunker, Feldstraße 66
Eintritt

Eintritt frei

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Grüner Bunker St. Pauli - Tragwerk und Vegetation im Dialog

Der Hochbunker in Hamburg-St. Pauli, 1942/1943 als Luftschutzbunker errichtet, wurde durch ein innovatives Aufstockungsprojekt zum „Grünen Bunker“ transformiert. Die Aufstockung steht für das "Schwammstadt-Prinzip" – und für 150 Jahre Ingenieurerfahrung im Umgang mit anspruchsvollem Bestand.
Grüner Bunker St. Pauli, Hamburg
© HMG-hamburgViews
Haupttragwerk der Bunkeraufstockung
© Wetzel & von Seht
Hochhängung der innenliegenden Fachwerke
© Wetzel & von Seht
Draufsicht
© Landschaftsarchitektur+
Ansicht Sommer Süd
© Landschaftsarchitektur+

Die Transformation des Hochbunkers an der Feldstraße vom monolithischen Kriegsbauwerk zum „Grünen Bunker“ stellte eine außergewöhnliche Aufgabe im denkmalgeschützten Bestand dar – konstruktiv wie landschaftsarchitektonisch. Ziel war es, eine sechsgeschossige Aufstockung mit Hotel, Sporthalle, Gastronomie und öffentlichem Dachgarten zu realisieren und das Bauwerk zugleich als vertikalen Landschaftsraum neu zu definieren – unter gezielter Aktivierung der vorhandenen Tragreserven des Bestands.

Im Rahmen eines geführten Rundgangs erläutern Tragwerksplaner und Landschaftsarchitekt gemeinsam das Gesamtkonzept vor Ort. Im Mittelpunkt stehen:

  • die statische Analyse des Bestands mit bis zu 2,5 m dicken Stahlbetonwänden und 3,8 m Dachdecke,

  • das Haupttragwerk als fünfgeschossige Rahmen-/Bogenkonstruktion zur gezielten Einleitung von Drucknormalkräften in den Bestand,

  • die umlaufende Bergpfadkonstruktion als konstruktive und räumliche Verbindung von Erschließung und Begrünung,

  • die extensive Dach- und Fassadenbegrünung mit rund 7.600 m² Vegetationsflächen sowie der öffentliche Stadtgarten in knapp 60 m Höhe,

  • das Schwammstadt-Prinzip mit Retentionsflächen, Zisterne und intelligenter Regenwassersteuerung.

Thematisiert werden zudem die besonderen Standortbedingungen – Wind, hohe Sonnenexposition, Frost und Trockenheit – sowie die daraus entwickelte, an Küsten- und Bergvegetation orientierte Pflanzstrategie.

Der Rundgang richtet sich an Architekt*innen, Bauingenieur*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Studierende sowie fachlich Interessierte. Er zeigt, wie Tragwerk und Landschaftsarchitektur im Bestand gemeinsam wirken – als strategische Instrumente einer nachhaltigen, resilienten und zugleich erinnerungssensiblen Stadtentwicklung.