16.07.
Grüner Bunker St. Pauli - Tragwerk und Vegetation im Dialog
Die Transformation des Hochbunkers an der Feldstraße vom monolithischen Kriegsbauwerk zum „Grünen Bunker“ stellte eine außergewöhnliche Aufgabe im denkmalgeschützten Bestand dar – konstruktiv wie landschaftsarchitektonisch. Ziel war es, eine sechsgeschossige Aufstockung mit Hotel, Sporthalle, Gastronomie und öffentlichem Dachgarten zu realisieren und das Bauwerk zugleich als vertikalen Landschaftsraum neu zu definieren – unter gezielter Aktivierung der vorhandenen Tragreserven des Bestands.
Im Rahmen eines geführten Rundgangs erläutern Tragwerksplaner und Landschaftsarchitekt gemeinsam das Gesamtkonzept vor Ort. Im Mittelpunkt stehen:
die statische Analyse des Bestands mit bis zu 2,5 m dicken Stahlbetonwänden und 3,8 m Dachdecke,
das Haupttragwerk als fünfgeschossige Rahmen-/Bogenkonstruktion zur gezielten Einleitung von Drucknormalkräften in den Bestand,
die umlaufende Bergpfadkonstruktion als konstruktive und räumliche Verbindung von Erschließung und Begrünung,
die extensive Dach- und Fassadenbegrünung mit rund 7.600 m² Vegetationsflächen sowie der öffentliche Stadtgarten in knapp 60 m Höhe,
das Schwammstadt-Prinzip mit Retentionsflächen, Zisterne und intelligenter Regenwassersteuerung.
Thematisiert werden zudem die besonderen Standortbedingungen – Wind, hohe Sonnenexposition, Frost und Trockenheit – sowie die daraus entwickelte, an Küsten- und Bergvegetation orientierte Pflanzstrategie.
Der Rundgang richtet sich an Architekt*innen, Bauingenieur*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Studierende sowie fachlich Interessierte. Er zeigt, wie Tragwerk und Landschaftsarchitektur im Bestand gemeinsam wirken – als strategische Instrumente einer nachhaltigen, resilienten und zugleich erinnerungssensiblen Stadtentwicklung.