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20.05.

Preisverleihung Heinrich Tessenow-Medaille mit Vernissage

Preisverleihung mit Ausstellungseröffnung

Veranstaltet von
Veranstaltung
Aktion
Vernissage 20.05. 16:00 Uhr Die Preisverleihung findet im Auditorium statt. → HafenCity Universität, Henning-Voscherau-Platz 1
Eintritt

Eintritt frei

Zugänglichkeit
  • Rollstuhlgerechte Anfahrt und Benutzbarkeit

Preisverleihung Heinrich Tessenow-Medaille mit Vernissage

Preisverleihung mit Ausstellungseröffnung

Die Heinrich Tessenow-Gesellschaft verleiht die Heinrich Tessenow-Medaille 2026 an den deutschen Architekten Florian Nagler. Die Festwoche anlässlich des 150. Geburtstags Tessenows wird im Anschluss an die Preisverleihung in Kooperation mit der HCU durch eine Ausstellung zum Thema ESSENTIAL ergänzt.
Forschungshäuser Bad Aibling
© Sebastian Schels, PK Odessa
Besuchergebäude in Dachau
© Stefan Müller-Naumann
Wiederaufbau St. Martha Nürnberg
© Sebastian Schels, PK Odessa
Umbau Hofgut Karpfsee
© Sebastian Schels, PK Odessa
Eingangsgebäude Freilichtmuseum Glentleiten
© Sebastian Schels, PK Odessa
Portrait Florian Nagler
© Johanna Nagler

Die Heinrich Tessenow-Gesellschaft verleiht die Heinrich Tessenow-Medaille 2026 an den deutschen Architekten Florian Nagler. Ein Grußwort wird Frau Senatorin Karen Pein an die Anwesenden richten. Die Laudatio spricht Herr Prof. Dr. Dietrich Erben von der Technischen Universität München.

Die Heinrich Tessenow-Gesellschaft feiert in diesem Jahr in Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg (HCU) den 150-jährigen Geburtstag von Heinrich Tessenow. Im Rahmen einer Festveranstaltung wird im Anschluss an die Preisverleihung eine Ausstellung zum Thema „ESSENTIAL” eröffnet.

In der Ausstellung werden Werke von Florian Nagler Architekten sowie ausgewählte Architekturprojekte aus dem Entwurfskurs von Professor Paolo Fusi gezeigt, die im Dialog mit gebauten Beispielen von Schülern Heinrich Tessenows erarbeitet wurden. Außerdem werden Beiträge von ehemaligen Preisträgern der Heinrich Tessenow-Medaille präsentiert, die noch aktiv tätig sind.

Anschließend werden am 21.5.2026 eine Tagung und eine Buchpräsentation zum Werk von Heinrich Tessenow an der HCU stattfinden.

Florian Nagler, geboren 1967 in München, zählt seit einigen Jahren zu den wichtigsten Protagonisten der zeitgenössischen Architekturdebatte. In seinem Werk setzt er sich mit zentralen Themen und Aufgaben der zeitgenössischen und zukünftigen Architektur auseinander. Seine Projekte und realisierten Bauten entsprechen der konsequenten Anwendung von Kompetenzen und Methoden, die er gleichzeitig in seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit als ordentlicher Professor für Entwerfen und Konstruieren an der Technischen Universität München theoretisiert, konzipiert und entwickelt.

Die Symbiose und Synergieeffekte zwischen Lehre und Forschung einerseits und seiner entwerferischen und baulichen Tätigkeit andererseits ermöglichen es ihm, sowohl auf der architektonisch-ästhetischen als auch auf der technischen und konstruktiven Ebene hervorragende Lösungen für ein gegenwärtiges und zukunftsorientiertes nachhaltiges Bauen zu entwickeln.

Seit Jahren verfolgt er in seinem Werk unter dem Leitgedanken „Einfach Bauen“ unablässig das Ziel, architektonische Lösungen zu entwickeln, die die konstruktive und haustechnische Komplexität reduzieren, zugunsten einer raffinierten Ästhetik, die aus den natürlichen Eigenschaften der Baumaterialien entsteht. Die wissenschaftliche Forschung, die er mit seinem Team im akademischen Kontext betreibt, verbindet sich mit einer kreativen und intellektuellen Haltung im Prozess der Formfindung und des Konstruierens.

Naglers Werk leistet einen wesentlichen Beitrag zum Paradigmenwechsel im disziplinären Diskurs. In Zeiten der Debatten über den Gebäudetypus E beweist er, dass Einfachheit keinesfalls einer rein quantitativen Dimension entsprechen darf, da dies eine Banalisierung des architektonischen Narrativs bedeuten würde. Vielmehr bedeutet es eine Fokussierung auf die ästhetische, kompositorische und konstruktive Essenz der Architektur und der architektonischen Aufgaben.

Florian Nagler erhält mit seinem Team die Heinrich Tessenow-Medaille 2026 für ein Werk, das von außerordentlichem intellektuellem Engagement, Mut zur Radikalität und einem konsequenten Umgang mit den komplexen und vielfältigen Themen der Disziplin geprägt ist. In seinem Werk verkörpert er stets die humanistische Synthese zwischen kreativem Denken in der Architektur- und Raumgestaltung und wissenschaftlicher Suche nach logischen Regeln der Konstruktion.

Seine Forschung zwischen Tradition und Innovation beweist, wie schon bei Heinrich Tessenow und seinen besten Schülern, dass die Essenz der Architektur nicht in lauten, konsumorientierten Gesten liegt. Vielmehr ist sie in einer raffinierten, geduldigen und poetischen Recherche zu finden, die gleichzeitig eine stetige Suche verfolgt nach einer Vertiefung und einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung konstruktiver und gestalterischer Kompetenzen.

Auf diese Weise wird das Werk von Florian Nagler zum tieferen Ausdruck einer ethischen und intellektuellen Haltung, die disziplinäre Grenzen überschreitet und darüber hinaus für das gesamte Kulturdenken in der gegenwärtigen Gesellschaft von Bedeutung ist.

Paolo Fusi,
Heinrich Tessenow-Gesellschaft
im Januar 2026

Zur Heinrich Tessenow-Medaille

Die Heinrich Tessenow-Medaille wird im Gedenken an den großen Architekten, Baumeister und Hochschullehrer, europäischen Persönlichkeiten zuerkannt, die Hervorragendes in der architektonischen, handwerklichen und industriellen Formgebung und in der Erziehung zu Wohn- und Baukultur geleistet haben, oder deren Wirken dem vielseitigen Lebenswerk Heinrich Tessenows entspricht.

Frühere Preisträger waren u. a. Kay Fisker, Hans Döllgast, Wilhelm Wagenfeld, Peter Zumthor, Giorgio Grassi, Eduardo Souto de Moura, Gilles Perraudin, Peter Märkli, Miroslav Sìk, Sergison Bates, Richard Sennett, Roger Diener, Lacaton & Vassal, Vittorio Lampugnani, Quintus Miller & Paula Maranta, Shelley McNamara & Yvonne Farrell, Bernard Quirot.

Die Auszeichnung erfolgt durch die Heinrich Tessenow-Gesellschaft.

Weitere Informationen unter http://heinrich-tessenow.de/aktuelles/