12.05. / weitere Termine
Essential
Was ist wesentlich in der Architektur? Wie können wir die Essenz von Architektur definieren? Welche disziplinären Werkzeuge ermöglichen es uns, aus dieser Essenz räumliche und ästhetische Qualitäten zu gestalten? Solche komplexen Fragen sind in Zeiten der Debatten über einen nachhaltigen Umgang mit baulichen Ressourcen äußerst aktuell. Die Suche nach dem Wesentlichen in der Architektur ist jedoch nicht neu. Sie entspricht einer bewussten und klaren disziplinären Haltung, die davon überzeugt ist, dass durch den geringsten Ressourcenaufwand ein höchster Grad an architektonischer Qualität zu erreichen ist.
Die Ausstellung, anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von Heinrich Tessenow, präsentiert das Werk von Florian Nagler Architekten als Preisträger der Heinrich-Tessenow Medaille 2026, sowie Beiträge von gegenwärtigen Architektinnen und Architekten die als ehemalige Preisträger im Geiste des einfachen Bauens arbeiten. Gleichzeitig werden Projekte von Studierenden des Masterstudiengangs Architektur aus dem Studio von Paolo Fusi an der HafenCity Universität Hamburg gezeigt, die innovative Wohnprojekte entworfen haben.
Alle Beiträge untersuchen und reflektieren die Essenz des „Wohnens“ für die Gegenwart und die Zukunft. Einerseits betrachten sie das Wohnen als räumlichen und architektonischen Kontext, um vielfältige Lebensentwürfe zu verwirklichen, und andererseits als Chance der Identifikation. Dabei soll erörtert werden, wie sich Wohnqualität auch mit reduzierten und ressourcenschonenden Mitteln erreichen lässt und welche entwerferischen Werkzeuge sich dafür eignen. Der Fokus liegt dabei sowohl auf Neubauten als auch auf der Transformation bestehender Bausubstanzen. Der Begriff „Essential“ wird in diesem Diskurs als polysemantisch betrachtet und auf die Ebenen der Programmatik, Konstruktion und Ästhetik übertragen. Das bedeutet, dass Lösungen für das „Einfache (Weiter)Bauen“ angestrebt wurden. Ziel ist es, eine kritische und experimentelle Auseinandersetzung mit einer Strategie der Suffizienz zu verbinden, die gleichzeitig Grundvoraussetzung für eine morphologische, konstruktive und gestalterische Qualität bildet.
Die Ausstellung findet zusammen mit der Aktion "Preisverleihung Heinrich Tessenow-Medaille" am 20.6.2026 im 11. Hamburger Architektur Sommer statt.