13.08. / weitere Termine
(Not a) Common Ground / If the Bones Could Speak
Ortsspezifischer performativer Walk am Hamburger Baakenhafen
Das ortsspezifische Projekt (NOT A) COMMON GROUND setzt sich mit dem Hamburger Baakenhafen als wichtigem postkolonialem Gedenkort auseinander, an dem sich eine ökonomische, eine infrastrukturelle, eine historische und eine kulturpolitische Ebene verschränken. Öffentliche Räume können als lebendige Archive gelesen werden, die die vielschichtige Geschichte der Stadt offenbaren. Das Projekt (NOT A) COMMON GROUND ist ein performatives Denkmal, das die Kolonialgeschichte sichtbar macht und zur Diskussion über Kultur und Erinnerung in Hamburg beiträgt. Ein besonderer Fokus dabei liegt auf der politischen Inszenierung, die die Verabschiedung der sogenannten „Schutztruppen“ am Baakenhafen begleitete, die kurz später unter dem Kommando von Lothar von Trotha im heutigen Namibia (damals „Deutsch-Südwestafrika“) einen Genozid an den Volksgruppen der Herero und Nama verübten.
Im Rahmen einer gemeinsamen transnationalen künstlerischen Recherche kooperiert das Projekt mit dem multidisziplinären Performance-Projekt IF THE BONES COULD SPEAK, einer südafrikanisch-namibischen Koproduktion von Camissa Create. Das Projekt folgt der Spur der human remains, also der Knochen, Schädel und Skelettteile ermordeter Vorfahren, die während der deutschen Kolonialzeit und der darauffolgenden Apartheid aus dem südlichen Afrika verschleppt wurden und von denen viele noch immer in europäischen und südafrikanischen Institutionen aufbewahrt werden. Durch Performance, Bewegung, Musik und Klanginstallation stellt das Projekt die Frage, was Repatriierung bedeutet, wenn Fragen der Erinnerung, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung ungelöst bleiben. Durch die Verbindung von historischer Forschung, oral history und dem Austausch mit betroffenen Communities hinterfragt das Projekt hegemoniale Narrative der Restitution und rückt die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften ins Zentrum.
(NOT A) COMMON GROUND / IF THE BONES COULD SPEAK lädt das Publikum ein, sich mit dem kolonialen Erbe auseinanderzusetzen und sich neue Formen der transnationalen Aufarbeitung vorzustellen. Das Projekt überführt beunruhigendes Erbe und intime Vergangenheiten in das öffentliche Gedächtnis der Stadt und eröffnet einen Raum der unbehaglichen Gemeinsamkeit/en. Dabei werden verschiedene Orte am Baakenhafen einbezogen, die im Rahmen einer gemeinsamen Walking Performance mit dem Publikum abgelaufen werden.
Das Projekt ist Teil der Programmreihe Gegen-Denkmäler der Stadtkuratorin Hamburg und findet in Kooperation mit dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel, der Baakenhafen-AG, dem MARKK Museum am Rotherbaum Kulturen und Künste der Welt, dem Betahaus-HafenCity und dem Hamburger Architektursommer statt.
Das Projekt ist gefördert durch den Hamburger Elbkulturfonds.
Künstlerisches Konzept: Liz Rech / Camissa Create
Beteiligte Künstler*innen: Glen Arendse, Memory Biwa, Lucy Campbell, Luke De Kock, Daniel Dominguez, Immaculata Hiền Thơ Nguyễn, Heinrich Horwitz, Janis Jirotka, David Odiase, Haymich Olivier, Trixie Munyama, ein Pferd, Liz Rech, die Flaggenschwinger, Ted Gaier, Nikola Duric, Zwoisy Mears-Clarke u.a.
Dauer Walking Performance: 1 ½ - 2 Stunden
Sprache: Deutsch und Englisch
Triggerwarnung: Das Projekt thematisiert rassistische und genozidale Gewalt.
Information zur Barrierefreiheit: Das Projekt ist bedingt barrierefrei, da die Zuschauer*innengruppe zu Fuß unterwegs sein wird. An einzelnen Stationen der Performance wird es die Möglichkeit geben, sich hinzusetzen. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützungsbedarf haben, wir versuchen individuelle Lösungen zu finden.
Kinderbetreuung: Zeitgleich zu bestimmten Performances wird in unmittelbarer räumlicher Nähe ein kostenloses Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche stattfinden, um Personen mit Care-Verpflichtung einen unkomplizierten Vorstellungsbesuch zu ermöglichen. Das Vermittlungsprogramm wird in Kooperation mit der Loki-Schmidt-Stiftung erarbeitet.