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09.06. / weitere Termine

Schlafquartier - Obdachlosigkeit in deutschen Großstädten

Fotoausstellung im Schaufenster (interdisziplinäres, fortlaufendes Projekt)

Veranstaltet von
Veranstaltung
Ausstellung
Vernissage 07.05. 18:00 Uhr → Fehlig Moshfeghi Architekten, Neuer Steinweg 2
08.05. – 18.06. 00:01 – 23:59 Uhr Schaufensterausstellung → Fehlig Moshfeghi Architekten, Neuer Steinweg 2
16.06. 18:00 Uhr Szenische Lesung und Podiumsdiskussion → Fehlig Moshfeghi Architekten, Neuer Steinweg 2
10.05. 14:00 Uhr Stadtführung "Defensive Architektur" mit Julius C. Schreiner → Fehlig Moshfeghi Architekten, Neuer Steinweg 2
Eintritt

Eintritt frei

Zugänglichkeit
  • Rollstuhlgerechte Anfahrt und Benutzbarkeit
  • Maßnahmen für bessere Lesbarkeit
  • Familienfreundlich

Schlafquartier - Obdachlosigkeit in deutschen Großstädten

Fotoausstellung im Schaufenster (interdisziplinäres, fortlaufendes Projekt)

Fotograf und Aktivist Lars Klingenberg zeigt seine Arbeit mit großformatigen Stadtbildern, O-Tönen und Texten, die sich mit Obdachlosigkeit auch vor dem Hintergrund der Stadtarchitektur in Deutschland auseinandersetzt. Mit einer Studie, Diskussion und Lesung fördert er den gesellschaftlichen Dialog.
o.T. (Hamburg Jakobikirchhof), 2021 I Lars Klingenberg
© Lars Klingenberg
o.T. (Berlin, Tiergarten), 2017
© Lars Klingenberg
o.T. (Leipzig, Hauptbahnhof), 2018
© Lars Klingenberg
o.T. (Frankfurt, An der Staufenmauer), 2018
© Lars Klingenberg
Hamburg II, 2018, Kerstin-Miles Brücke Hamburg
© Julius C Schreiner

Als Beitrag zum Hamburger Architektur Sommer 2026 zeigt der Hamburger Fotograf und Künstler Lars Klingenberg seine seit 2015 fortlaufende Arbeit „Schlafquartier – Obdachlosigkeit in deutschen Großstädten“ mit großformatigen Fotografien, O-Tönen obdachloser Menschen und Textfragmenten, die sich mit dem Thema Obdachlosigkeit in Deutschland, auch im Spannungsfeld mit der Stadtarchitektur, auseinandersetzt.

Immer mehr Menschen in Deutschland leben obdachlos auf der Straße. Seit dem Jahr 2010 hat sich die Anzahl der Obdachlosen mehr als verdoppelt, 56.000 Menschen leben derzeit in Deutschland auf der Straße (2025, BAG W). Es ist lebensgefährlich keine Wohnung zu besitzen und sich tags wie nachts ungeschützt im öffentlichen Raum aufzuhalten.

In sachlicher Weise präsentiert Lars Klingenberg die Lebensrealität obdachloser Menschen, rückt deren Schlafstätten in den Mittelpunkt. Mit seinen präzisen, teilweisen skulptural anmutenden Fotografien fordert der Fotograf uns auf, genau hinzusehen. Obdachlosigkeit wird in der öffentlichen Wahrnehmung und von vielen Menschen verdrängt, gleichwohl sie gerade in städtischen Metropolen zum Alltag gehört. Mit der Serie ist in den letzten 10 Jahren eine soziologische Topographie entstanden – eine systematische und vergleichende Darstellung der Orte, an denen die stetig zunehmende Obdachlosigkeit spürbar und wiederkehrend ist.

Obdachlosigkeit in Deutschland ist die individuell ausprägte Folge struktureller Armut, zunehmender staatlicher Unterversorgung und Ausgrenzung, sagt der Aktivist Lars Klingenberg. „Schlafquartier“ schaut kritisch hinter die Fassade der Obdachlosigkeit. In Form von umfangreichen Analysen werden gesamtgesellschaftlich relevante Problemlagen identifiziert und deren strukturelle Bedingungen sowie die sozialen und politischen Hintergründe untersucht. Es wird der Frage nachgegangen, welche politischen Entscheidungen zu der stetig wachsenden Anzahl obdachloser Menschen führen.

Klingenberg möchte gemeinsam mit den Architekten Fehlig Moshfeghi und kulturreich, der Agentur für Kunst und Kommunikation am Standort, mit einer großformatigen Schaufensterausstellung sowohl Architekturinteressierte als auch die breite Öffentlichkeit ansprechen. Um den Dialog über die Herausforderungen und mögliche Lösungsmodelle zu fördern, wird es eine Szenische Lesung und Podiumsdiskussion mit dem Künstler und Stimmen aus der Politik, sozialer Arbeit und Architekt*innen geben.

Die “Schlafquartier”-Ausstellung wird ergänzt mit Bildern der Serie "Silent Agents" von Julius Schreiner. Der Berliner Fotograf zeigt eindrucksvoll eine Auseinandersetzung mit der architektonischen Verdrängung durch Steine, Zäune oder Lehnen von obdachlosen Menschen im öffentlichen Raum, der sogenannten Feindlichen Architektur. Teil des Programms ist eine Führung zu Beispielen defensiver Architektur im Hamburger Stadtraum.