28.05. / weitere Termine
Myzel als Architektur: Wachsen, Bauen, Weiterdenken
Reallaborbesuch mit praktischem Input
Myzel wächst leise. Es verbindet, zersetzt, formt und trägt. Als lebendiges Material eröffnet es neue Wege für eine Baukultur im Wandel.
Mit der interdisziplinären Veranstaltungsreihe "Pilzstuben – Myzel als Material, Prozess und kulturelles Modell" lädt morgen.jetzt im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026 in das MYCO+ Labor der Zinnwerke Hamburg ein. In einem umgebauten Getreidetrockner, gemeinsam betrieben mit der HafenCity Universität Hamburg, wird Myzel erforscht, geformt und im Maßstab 1:1 verbaut. Das Labor ist kein Ausstellungsraum, sondern ein Ort des Wachsens, Testens und Verhandelns. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Architektur und Baukultur auf ökologische Krisen, Ressourcenknappheit und den Übergang zu kreislauffähigen Materialsystemen reagieren können.
Myzelbasierte Materialien wachsen aus Reststoffen, sind formbar, leicht und kompostierbar. Sie verschieben den Fokus von industrieller Produktion hin zu wachstumsbasierten Prozessen und stellen grundlegende Annahmen über Kontrolle, Dauerhaftigkeit und Materialwert infrage. Die Pilzstuben verstehen Myzel nicht nur als Baustoff, sondern als System, das ökologische, räumliche und kulturelle Zusammenhänge sichtbar macht.
Verortet im MYCO+ Reallabor der Zinnwerke Hamburg, einem gemeinsam mit der HafenCity Universität Hamburg betriebenen Forschungs- und Experimentierraum, verbindet die Reihe Theorie und Praxis. Hier werden myzelbasierte Prototypen entwickelt, getestet und im Maßstab 1:1 angewendet.
Vier öffentliche Abende strukturieren die Reihe: von materialwissenschaftlichen Grundlagen und Anwendungen über ökologische Netzwerke und Umweltremediation bis hin zu sinnlichen und kulturellen Übersetzungen des Materials in Klang, Raum und Erzählung. Die Formate kombinieren fachliche Impulse, moderierte Diskussionen und informelle Austauschformate.
Die Pilzstuben leisten damit einen eigenständigen Beitrag zum Hamburger Architektur Sommer 2026, indem sie neue Materialkulturen, interdisziplinäre Arbeitsweisen und die gesellschaftliche Verantwortung von Architektur anhand eines konkret erprobten, regenerativen Materials verhandeln.