06.06. – 20.06.
Delta City - 140 Kilometer Hamburg
Fotoausstellung
Hamburg ist eine Stadt, deren räumliche Identität untrennbar mit ihrem Standort im Delta der Elbe verbunden ist. Trotz der Entfernung zur Nordsee prägen Tide, Flussdynamik und Hochwassergefahren die städtebauliche Entwicklung bis heute. Knapp ein Drittel des Stadtgebiets liegt in potenziellen Überflutungszonen – ein Umstand, der Hamburg in besonderer Weise dazu zwingt, seine gebauten Strukturen kontinuierlich an ein sich wandelndes Klima anzupassen.
Die Architektur des Hochwasserschutzes bildet dabei ein unsichtbares, aber entscheidendes Rückgrat der Stadt. Entlang der 140 Kilometer langen Schutzlinie reichen die baulichen Formen von historischen Erddeichen bis zu komplexen technischen Infrastrukturen, die öffentliche Räume, Verkehrswege und Wohnquartiere prägen. Zwischen Marsch und Geest entstehen dadurch einzigartige Stadträume: Schwellen, Kanten, erhöhte Plateaus, neue Promenaden und Deichparks – Orte, an denen Landschaft, Infrastruktur und Architektur ineinandergreifen.
Die fotografische Serie Delta City untersucht diesen Raum systematisch. Von der Deichkrone aus öffnet sich der Blick auf zwei Welten: die dynamische Flusslandschaft vor dem Schutzbauwerk und die urbane Verdichtung dahinter. Diese Perspektive macht sichtbar, wie Hamburg seine Resilienz baut – etwa durch das Warftenkonzept der HafenCity, die erhöht geplanten Strukturen des entstehenden Grasbrookquartiers oder die weitläufigen Anpassungsmaßnahmen auf der Flussinsel Wilhelmsburg.
Nach mehreren kooperativen Projekten – darunter die fortlaufende Dokumentation des genossenschaftlichen Vorhabens am Gröninger Hof – widmen sich die Fotografen Lars-Ole Bastar, Joshua Delissen und Hannes Heitmüller in dem Projekt Delta City erstmals einer stadträumlichen Untersuchung, die Hamburgs Beziehung zum Wasser gesamthaft erfasst.
Während einer mehrtägigen Wanderung entlang der gesamten Hochwasserschutzlinie entsteht eine fotografische Kartierung der „Schnittstelle Hamburgs“. Die Serie macht sichtbar, wie Infrastrukturen nicht nur schützen, sondern neue Räume, Nutzungen und Identitäten hervorbringen.
Die Ausstellung ist als dauerhaft von außen einsehbare Präsentation im Baucontainer am Gröninger Hof zu sehen. Der Raum befindet sich an der Ecke Katharinenkirchhof / Neue Gröningerstraße.