03.07.
Das Wohnzimmer Wilhelmsburg - eine begehbare Zeitreise
Urbane Intervention
Die urbane Intervention auf dem Stübenplatz in Hamburg-Wilhelmsburg rückt den öffentlichen Raum als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen in den Mittelpunkt. Als zentraler Ort im Reiherstiegviertel bündelt der Stübenplatz, wie kaum ein anderer Platz, die vielschichtigen Geschichten, Brüche und Transformationen des Stadtteils.
Die Intervention lädt dazu ein, unterschiedliche historische Phasen Wilhelmsburgs neu zu betrachten und miteinander in Beziehung zu setzen:
1910er/20er Jahre – Enge Wohnverhältnisse und Lebensrealitäten der Industriearbeiter*innen
1950er/60er Jahre – Wiederaufbau und das kollektive Trauma der Sturmflut
1980er/90er Jahre – Multikulturalität, Selbstorganisation und Widerstand
2010er/20er Jahre – „Das neue Wilhelmsburg“ auch im Kontext der Internationalen Bauausstellung (IBA)
Zugleich stellt sich Kunst im öffentlichen Raum heute verstärkt der Frage, wie sie auf gesellschaftliche Wirklichkeiten einwirken und diese transformieren kann. Kollektive, prozessorientierte und interaktive ästhetische Interventionen erscheinen dabei zunächst als Irritation im Stadtraum – sie können jedoch langfristig Impulse für soziale und urbane Veränderungsprozesse setzen.
So entsteht ein vielschichtiger Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und die Einladung, den Stübenplatz als aktiven Ort gemeinsamer Aushandlung städtischer Zukunft zu begreifen.