Hamburger Architektur Sommer 2019
 
 
Sonderausstellung im Museum der Arbeit
15.06 bis 08.09

Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf. Eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt a.M.

Bis heute sind weniger als ein Drittel aller Architekt*innen in Deutschland weiblich. Dabei studieren seit vielen Jahren und mit anhaltend steigender Tendenz mehr Frauen als Männer das Fach an den Hochschulen. Häufiger als früher erreichen sie mittlerweile auch anschließend leitende Positionen als Partnerinnen in Architekturbüros, als Stadtbaurätinnen, als Hochschullehrerinnen oder Kammer-Präsidentinnen. Am insgesamt ungleichen Geschlechterverhältnis ändern solche Karrieren allerdings noch wenig: Den erfolgreichen Frauen stehen jene rund zwanzig Prozent der Absolventinnen gegenüber, die letztlich nicht in den Beruf einsteigen. Auch bei der Gründung von Büros oder der Besetzung einflussreicher Stellen bleibt Architektur vorerst noch Männersache.

Die Ausstellung „Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf“ zeigt baukulturelle Beiträge, Erreichtes und Visionen, Talente und Leidenschaften. Sie will dazu beitragen, das offenkundige Missverhältnis der Geschlechter im Architektenberuf in Bewegung zu bringen. Die Forderung, die beruflichen Rahmenbedingungen für Architektinnen so zu verbessern, dass Gleichberechtigung nicht nur an Hochschulen, sondern auch im Arbeitsleben ankommt, mag selbstverständlich klingen. Der Blick auf die aktuelle Arbeitswelt von Architekt*innen zeigt jedoch, dass sie keineswegs veraltet ist.

In der Ausstellung „Frau Architekt“ im Museum der Arbeit werden anhand von Text- und Bildtafeln, Modellen, Entwürfen und Zeichnungen sowie Fotografien und Dokumenten die Biographien und Werke von 22 Architektinnen präsentiert: Beginnend mit Emilie Winkelmann, die 1907 in Berlin ihr eigenes Architekturbüro gründete, spannt sich ein weiter Bogen über das Kaiserreich, die NS-Zeit bis zur Bundesrepublik, von der deutschen Teilung über die Wiedervereinigung bis ins 21. Jahrhundert.

Die ausgewählten Frauen stehen für verschiedene Milieus sowie unterschiedliche politische und fachliche Strömungen: Adlige und Bürgerliche, Linke und Rechte, Bauhaus-Pionierinnen und Traditionalistinnen, die Sozialistin wie die Unternehmerin, ins Exil gezwungene Jüdinnen und eine prominente Nationalsozialistin. Einige – etwa Margarete Schütte-Lihotzky, Lucy Hillebrand oder Verena Dietrich – dürften zumindest einem Teil der Öffentlichkeit bekannt sein. Andere sind selbst der Fachwelt unbekannt. In neun Filmportraits kommen außerdem weitere, zwischen 1930 und 1995 geborene Architektinnen selbst zu Wort, darunter Iris Dullin-Grund, eine der renommiertesten Architektinnen der DDR, und Ingeborg Kuhler, die 1984 als erste Professorin an eine deutsche Architekturfakultät berufen wurde.

Die Initiative für die Übernahme der Ausstellung entstand im seit 2000 bestehenden Netzwerk PIA (Planerinnen Ingenieurinnen Architektinnen) und im Netzwerk „women in architecture" (WIA). Das jährliche europäische Architektinnen-Treffen 2019 wird ebenfalls im Rahmen des Hamburger Architektursommers und zur Eröffnung der Ausstellung im Museum der Arbeit stattfinden.

Veranstalter*in:  Stiftung Historische Museen Hamburg / Museum der Arbeit, Hamburgische Architektenkammer, PIA (Planerinnen Ingenieurinnen Architektinnen) Netzwerk e.V., WIA - women in architecture
Termin: 15.06 bis 08.09, Mo 10 - 21 Uhr Di geschlossen Mi bis Fr 10 - 17 Uhr Sa bis So 10 - 18 Uhr
Eröffnung: 14. Juni 19 Uhr
Eintrittspreise / Teilnahmegebühren:  8,50 € für Einzelbesucher 6 € für Gruppenbesucher ab 10 Personen 5 € ermäßigt Für Schüler und Berufsschüler ab 18 Jahren, Studenten bis 30 Jahre, Auszubildende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, FSJ, Schwerbehinderte und Inhaber der Hamburg CARD Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
Ort: Museum der Arbeit, 22305 Hamburg, Wiesendamm 3
Info: 040 428133-0
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Karte
Margarete Schütte-Lihotzky, Portraitzeichnung Lino Salini 1927, Historisches Museum der Stadt Frankfurt a. M
© Lino Salini /Historisches Museum der Stadt Frankfurt a. M
Iris Dullin-Grundauf der Baustelle, 1984
© Hans Wotin
Mitarbeiterinnen im Mannheimer Büro von Ingeborg Kuhler, 1986
© Marina Auder

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