Hamburger Architektur Sommer 2019
 
 
Gruppenausstellung
09.05 bis 19.05

"das chaos lockt mich und reizt mich zum gestalten"

Mit einer Gruppenausstellung schaut das Westwerk aus verschiedensten Blickwinkeln auf die Bedeutung und das Nachwirken des Gesamtkunstwerks Bauhaus. Mit Photographien, Zeichnungen, Film- und Performancearbeiten geht die Ausstellung den multimedialen und multiperspektivischen Ansätzen der vielleicht wichtigsten Kunstschule nach dem Ende des Deutschen Kaiserreiches nach. Zeigt aber auch die engen Grenzen, die dem eigenen Anspruch auf Modernität gesetzt wurden.

TRANSFORMATIONEN ZWISCHEN BAUEN, GESTALTEN UND ZERSTÖREN

Die Fotografien von Heike Groß und Theodor Yemenis konzentrieren sich auf die Vorgänge des Werdens und des Zerfalls von Architekturen im urbanen bzw. industriellen Raum.

Anhand von Beispielen des Zerfalls und der Vernichtung von Hamburger Bauten des eng mit dem Bauhaus verwandten Brutalismus, dokumentiert Theodor Yemenis in seinen Fotoarbeiten die letzte heroische Phase der Moderne.

Heike Gross fokussiert ihren Blick auf Fragmente, Teile industrieller Architekturen, die nunmehr wie ein Zeitzeugnis, beraubt ihrer ursprünglichen Funktion, in einer längst neu definierten Umgebung ausharren.

KREATIVE ORTE ZWISCHEN KÜNSTLERISCHEM AUSTAUSCH UND HEMMNIS

Das Künstler*innenprojekt bildwechsel umspielt das Thema gemeinschaftlichen Arbeitens am Bauhaus: Die Performancegruppe Evi Nic & C (Jim Osthaarchic, Nicole Boillat, Evi Wiemer, Friese, Karin Kröll und Chris Regn/ oft Bildwechsel Benefizband) sucht mit dem Modell einer Musterwohnung im Sinne eines Teesalons mit Kino eine Miniatur des Möglichen zwischen Privat und Öffentlich. Ein Tunnel im Bau.

Inspiriert durch die Webereiklasse am Bauhaus und deren besonderer Rolle in der Ungleichbehandlung weiblicher Studierender, zerschneidet Jenni Tietze verschiedene gezeichnete Versionen ein und desselben Motivs in Streifen und webt sie wieder ineinander.

Irit Hemmo hingegen geht in ihrer Installation und ihren Zeichnungen den Spuren nach, die das Bauhaus nach seiner letzten Station in Berlin in Tel-Aviv hinterlassen hat. Verweist aber auch auf die Gegensätze zwischen Altem und Neuen, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Bauhaus von Anbeginn an prägten.

Kuratiert von Heike Groß, Theodor Yemenis & Anja Ellenberger

 

Die Beteiligt*en:

bildwechsel – gegr. 1979 in Hamburg – ist ein Künstler*innen- und Medienprojekt und Archiv, das in den verschiedensten Bereichen und Medien arbeitet.

Anja Ellenberger ist Kunst- & Filmhistorikerin und arbeitet als freie Kuratorin.

Heike Groß arbeitet als Architektin in Hamburg.

Irit Hemmo ist Senior Lecturer am Fine Arts Department der Bezalel Academy in Jerusalem und arbeitet in den verschiedensten Medien und Techniken.

Jenni Tietze lehrt an der HAW in Hamburg und arbeitet als Künstlerin vorwiegend in der Zeichnung.

Dr. Theodor Yemenis arbeitet als Künstler und Theoretiker in Hamburg. "Ruinenlust" ist ein fortlaufendes Fotoprojekt.

Veranstalter*in:  Westwerk e.V.
Termin: 09.05 bis 19.05, s. www.westwerk.org
Eröffnung: 9. Mai, 19 Uhr
Weitere Termine s. www.westwerk.org
Eintrittspreise / Teilnahmegebühren:  freier Eintritt
Ort: Westwerk e.V., 20459 Hamburg, Admiralitätstraße 74
Info: 

Karte
Lozovac - aufgegebene Aluminiumfabrik
© Heike Groß, Hamburg
Hamburg - Brutalismus
© Theodor Yemenis
Bon Voyage
© Irit Hemmo, Tel Aviv

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