Hamburger Architektur Sommer 2019
 
 
Interaktive Ausstellung mit Gesprächsrunde
22.06 bis 30.06

Expeditionen ins Blaue

Wasser prägt Hamburg in besonderer Weise. Und wie nur wenige Städte hat Hamburg eine enorme Heterogenität und Vielfalt des Wassers in Typ und Nutzung. Die Wasserflächen und Uferzonen der Elbe, Alster, Bille und der vielen kleineren Flüsse, Bäche, Fleete sowie die Hafenbecken und Kanäle bilden ein eigenes Raumsystem in der Stadt.

Nach einem jahrzehntelangen Fokus der Stadtentwicklung auf die Transformation der städtischen Wasserkanten (z.B. Hafen City) scheinen nun auch die Wasserflächen selber einem Transformationsprozess zu unterliegen: Künstlerische Initiativen, wie z.B. der Verein für mobile Machenschaften, der Hallo: e.V. , die Geheimagentur und das Archipel setzen sich mit der Aneignung des Wasserraums in performativer Art auseinander. Mehrere Hausbootsiedlungen, schwimmende Restaurant-Projekte und visionäre Überlegungen, wie das Alpenwiese-Projekt von BIG Architektur aus dem Jahr 2009 verdeutlichen ein Interesse, den Wasserraum selbst erlebbar zu machen. Der Abbau des Zollzauns im Spreehafen im Jahr 2010, die Diskussion um den Mittleren Freihafen, die Umnutzung der Wasserkunst Insel Kaltehofe und zukünftig die geplanten Entwicklungen im Hamburger Osten stehen für ein verändertes Nutzungsbedürfnis und ein verstärktes gesellschaftliches Interesse das Wasser zugänglich machen zu wollen. Gleichzeitig entwickeln verschiedene Naturschutz-Aktionsbündnisse und die Stiftung Lebensraum Elbe Strategien und Projekte um den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern. Die Anforderungen an die Wasserflächen sind dabei im Spannungsfeld zwischen Ökologie, Kommerzialisierung und Gemeingut vielfältig und oft widersprüchlich.

Bislang gibt es keinen strategischen Plan, der die diversen Bedarfe, Nutzungsansprüche und Nutzungsvisionen an die verschiedenen Wasserflächen berücksichtigt und eine darauf basierende differenzierte Entwicklungsperspektive für das Hamburger Gewässersystem als Ganzes aufzeigt.

Welche Wasserflächen können welcher Programmierung zugeschrieben werden? Welche unterschiedlichen Ansprüche gelten? Wo treten sie in Konflikt und welche politischen Rahmensetzungen könnten sie lösen? Lassen sich für die unterschiedlichen Gewässer der Stadt als Gesamtstrategie verschiedene und spezifische Zukunftsbilder und Nutzungsvisionen entwickeln?

Im Rahmen des Architektur Sommers 2019 loten wir die Bedeutung und Nutzung der Hamburger Gewässer als gemeinschaftsbildenden und vielseitigen Freiraum im Spannungsfeld von ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessensansprüchen aus. Dazu erkunden wir die vielfältige Wasserlandschaften Hamburgs vom Wasser aus und sprechen mit Initiator*innen, Nutzer*innen, Anliegern und zuständigen Behörden über die Anforderungen und auch Wünsche an künftige Programmierungen und Nutzungen von Wasserflächen und berichten darüber auf unserer Projektseite und in sozialen Medien.

Die aus den Expeditionen und Gesprächen resultierenden Dokumentationen, Erfahrungen und Erkenntnisse stellen wir im Rahmen der Ausstellung zur Diskussion und freuen uns auf einen spannenden Austausch mit allen wasserinteressierten Gästen.

Veranstalter*in:  HafenCity Universität, Antje Stokman, Amelie Rost, Martin Kohler
Termin: 22.06 bis 30.06, Fr und Sa 14-20 Uhr, So 14-17 Uhr
Eröffnung und Gesprächsrunde mit Gästen am Samstag, den 22.06 von 14-17 Uhr
Ort: Kraftwerk Bille (Ballsaal), 20537 Hamburg, Bullerdeich 12-14
Info: 
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Karte
Expeditionen ins Blaue: Gewässernetz Hamburg
© Amelie Rost
Expeditionen ins Blaue: Elbe
© Amelie Rost
Expeditionen ins Blaue: Bille
© Amelie Rost
Expeditionen ins Blaue: Elbe
© Amelie Rost
Expeditionen ins Blaue: Bille
© Amelie Rost

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