Ausstellung mit Führung
08.05 bis 06.06

Jo Schöpfer – site-specific or drop-sculpture?

Die Werke des Bildhauers Jo Schöpfer im Kontext von öffentlichem Raum und Architektur entstehen in spezifischer Auseinandersetzung mit Ort, Raum, Inhalt und technischen Bedingungen. Die Ausstellung dokumentiert anhand von Originalen und anhand von Foto-/Modellmaterial zu einzelnen Kunstwerken unterschiedliche Vorgehensweisen seiner künstlerischen Arbeit, u. a. folgende Aspekte:

1. Nachdem der Bau fertiggestellt ist, wird eine bereits realisierte künstlerische Arbeit zugefügt. Sie wird bestenfalls »ein- oder angepasst«. Eine »autonome« Skulptur (frei stehende Plastik) wird ohne zwingende räumliche Bindung aufgestellt (»drop-sculpture«).

2. Nach der weitgehenden Fertigstellung des Bauvorhabens wird der Künstler mit der Aufgabe konfrontiert und die künstlerische Arbeit entsteht in der Auseinandersetzung mit der bereits vorgefundenen Situation und findet hiermit ihre mit dem Ort verbundene Aussage (»site-specific«).

3. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Planungsphase oder der baulichen Realisierung wird der Künstler in das Projekt mit einbezogen. Die künstlerische Arbeit kann in der Diskussion mit den Planern entwickelt werden und sowohl baulich-technisch als auch inhaltlich in die Architektur eingefügt werden. Die künstlerische Arbeit integriert sich, verschmilzt mit dem Bau und ist als autonome künstlerische Arbeit nicht mehr von der Architektur zu trennen.

Alle drei genannten Vorgehensweisen finden in der Praxis Anwendung, entwickeln aber gänzlich unterschiedliche Verbindlichkeiten und Bezugnahmen zum Raum, Bau und dessen Nutzung.

Jo Schöpfer, 1951 in Coburg geboren, studierte von 1974 bis 1980 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart. Er erhielt 1985 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. 1986 wurde ihm der Phillip-Morris-Preis, 1987 das Stipendium der Villa Massimo in Rom und 1989 das Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn verliehen.

Von 1985 bis 1990 folgte er einem Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe. Schöpfer ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Weiterhin ist er im Sachverständigenkreis Kunst am Bau im Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit. Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum sowie in öffentlichen Sammlungen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Der Bezug auf die elementaren Koordinaten der Raumwahrnehmung in den Werken von Jo Schöpfer ist auch der Ausgangspunkt gebauter Architektur und architektonischen Gestaltens. Deshalb wundert es nicht, dass Schöpfer während seines Studiums im Büro des bekannten Architekten Günther Behnisch arbeitete. Nach seinem Abschluss des Bildhauerstudiums arbeitete Schöpfer zunächst weiter in Architekturbüros, und seit Beginn prägt die Beschäftigung mit Architektur seine Skulpturen im öffentlichen Raum. Auch in späteren Jahren hatte die Auseinandersetzung mit der Architektur Einfluss auf das Werk des Bildhauers. Außenanlagen, Bürotrennwände und Empfangscounter entwickelte der Künstler für die deutsche Ausgleichsbank Bonn, Türgriffe für die Schule »Scharnhäuser Park« in Ostfildern. Zudem arbeitete er mit an der architektonischen Gestaltung von Fassaden, unter anderem des Neubaus der Staatsbibliothek Berlin.

Veranstalter:  Galerie Nanna Preußners
Termin: 08.05 bis 06.06, Di bis Fr 13–19 Uhr und Sa 12–16 Uhr
Eröffnung: Fr 8. Mai, 18 Uhr
Eintrittspreise / Teilnahmegebühren:  Eintritt frei
Ort: Galerie Nanna Preußners, Klosterwall 13,, Galeriehaus Hamburg
Info: (040) 32 96 76 71
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Karte
Close up – far away, 2013, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim. Wandarbeit in der Eingangshalle. Glas ESG, Wasserstrahl geschnitten, ca 10 x 7 m, mehrteilig. Architekten: Doranth Post Architekten München
© Jo Schöpfer, Berlin 2013
Close up – far away, 2013, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim. Wandarbeit in der Eingangshalle. Glas ESG, Wasserstrahl geschnitten, ca 10 x 7 m, mehrteilig. Architekten: Doranth Post Architekten München
© Jo Schöpfer, Berlin 2013
2möbel, 2001/2014, 2 Skulpturen aus Bronze, 75 x 230 x 80 cm und 190 x 90 x 45 cm. Ehem. Fußgängerzone Pforzheim, Beispiel für Stadtmöblierung.
© Jo Schöpfer, Berlin 2001/2014
Sfera (Bildvordergrund), Skulptur aus Aluminium, Durchm. 120 cm. Galerie Nanna Preußners, Hamburg.
© Jo Schöpfer, Berlin 2003
Glasfassade Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden, 2004-2006, Fertigstellung 2014. Transluzenter Glaskubus für den Lesesaal. Architekt: HG Merz Architekten Stuttgart und Berlin
© Jo Schöpfer, Berlin

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